Kurzer J 12 als Schlafmobil

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Thale
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Re: Kurzer J 12 als Schlafmobil

Beitrag von Thale » 3. Jan 2018, 18:26

Der Türöffnungsmechanismus ist jetzt drin, dem nächsten Schritt zum Reiseausbau steht damit nichts mehr im Wege.

Der Kurze hat allerdings auch Airbags im Dachbereich, das könnte ein Problem werden. Vielleicht ist der klassische Schubladenausbau doch die notwendige Lösung, allerdings berfürchte ich dabei Stauraum zu verlieren. Bei Saharpoldis Ausbau ist kaum Ausrüstung oder normales Gepäck zu sehen, die unterste Etage ist bei uns allerdings immer voll.
Wie gut ist bei den Schubladensystemen der Platz neben der Schublade nutzbar? Habt ihr paar praktische Beispiele?

Gruß - Thale
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sgm
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Re: Kurzer J 12 als Schlafmobil

Beitrag von sgm » 3. Jan 2018, 20:54

Schlafen im Kurzen das wäre mir echt zu eng gewesen.
Bei meinem damaligen System war neben den Schubladen noch einiges an Platz gewesen.
Bild

Mehr Fotos findest du hier:
https://sgm-travel.de/2013/09/cruiser-t ... mber-2013/

Mir fehlt jetzt echt die Phantasie mir vorzustellen, wie man im kurzen J12 eine zumindest 180cm lange Schlaffläche hinbekommen soll. Die Poldis sind ja anscheinend etwas kürzer, deswegen dürfte denen der Platz gelangt haben.
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Heinz
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Re: Kurzer J 12 als Schlafmobil

Beitrag von Heinz » 4. Jan 2018, 08:56

Poldi hatte auch eine Dachbox ( mit Solar) drauf.
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Re: Kurzer J 12 als Schlafmobil

Beitrag von Thale » 22. Jul 2018, 22:12

Shortys Innenausbau - Schlafen im Dreitürer: Nach langem Grübeln und Schmökern im Netz haben wir es jetzt endlich geschafft. Vorgeschwebt hatte uns eine Schlafmöglichkeit auch für das Reisen in unserem „Shorty“, aber am Ende hat die Vernunft gesiegt. Wenn wir zu zweit länger auf Campingurlaub sind, nehmen wir irgendwie zu viel mit und die lichte Höhe im Auto nach oben wird Zusehens vom Gepäck aufgefressen. Wenn an ein einigermaßen gemütliches Schlafen im „Arbeiterschließfach“ nicht mehr zu denken ist, dann brauchen wir uns auch keine Einschränkungen durch den Innenausbau für die restliche Urlaubszeit holen.
Realistisch ist daher eine Übernachtungsmöglichkeit im Auto für ein Wochenende – sei es für Treffen oder Festivals. Diese haben wir jetzt realisiert und auch schon erfolgreich getestet. Sicher hält das keinem Vergleich zu einem Schubladensystem oder anderen richtigen Einbauten stand, aber ist es vielleicht für den Einen oder Anderen doch eine Anregung.

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Nach der obligatorischen Demontage der Rückbank steht, wie auch für richtige Reisen, eine recht großzügige Ladefläche zur Verfügung. Für die Liegefläche haben wir uns im Baumarkt eine 18 mm MFD – Platte mit den Maßen 1,35 x 1,75 m zuschneiden lassen. Zusätzlich wurde die Platte bei 1,25m/0,5 m getrennt, da die volle Länge nur bei vorgeklappten Sitzen genutzt werden kann.
Leider konnten die Baumarktler nur gerade Schnitte machen, so musste für die Schrägschnitte die eigene Stichsäge herhalten. Die Schrägschnitte nach vorne waren notwendig, damit das Kopfteil an der B – Säule vorbei geklappt werden kann, hinten, damit man weiter in den Hecktürausschnitt reinbauen kann.

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Die beiden Platten werden im Einbaufall mit zwei einfachen Scharnieren verbunden und können damit auch getrennt aus dem Auto genommen werden.

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Die drei Stützpunkte haben wir unter dem Gesichtspunkt ausreichender Stabilität bei einfacher Demontierbarkeit gewählt. Hinten reichen ganz simple in der Höhe verstellbare Möbelstützen, die mit Spanngurten gegen die originalen Zurrpunkte verspannt werden. Durch die Höhenverstellbarkeit kann man einerseits kleine Unterschiede ausgleichen, andererseits lassen sich die Spanngurte durch das leichte Hochdrehen im eingebauten Zustand perfekt vorspannen.

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Die mittlere Auflage ist ein simples Brett und zwei angeschraubte Holzbalken, die an der Aufnahme der Rückbank befestigt sind. Da der Ladeboden dort nicht Eben ist, dient eine zugeschnittene Waschmaschinenunterlage als Höhenausgleich. Als kurzzeitige Hürde erwiesen sich die Verschraubungen der Rückbank, denn Toyota verwendet Schrauben mit einem Feingewinde mit 1,25’er Steigung.

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Zur Befestigung der Liegefläche sind in die Balken Einschraubmuttern eingebracht.

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Die vordere Aufhängung haben wir uns beim „Autohimmelbett“ abgeschaut. Mittels Spanngurt durch die Haltebügel wird das bewegliche Brett einfach an den eingeschraubten Ösen aufgehängt, die Kopfneigung kann man so zusätzlich nach Bedarf einstellen.

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Für den Transport während der Fahrt dient der gleiche Gurt zum Verspannen der beiden Bretter (nicht so wie im Bild, sondern natürlich um beide Bretter verspannt).

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Der Wechsel von Ladefläche auf Schlaffläche ist in einer guten viertel Stunde erledigt.

Wie schläft es sich: Die Länge der Liegefläche ist für uns mit rund 1,80 m ausreichend groß, insbesondere da wir im Schlafsack schlafen. Der Freiraum für und Arme nach vorne zwischen den Sitzen und der Blick aufs Schiebedach sorgt für ein gutes Raumgefühl. Die Höhe über der Liegefläche reicht uns gerade so zum Sitzen, fürs ins Bett gehen reicht es, für ein Abendmahl ist es eher zu eng. Andererseits hätten wir aber auch kaum tiefer bauen können, da das klappbare Brett bis über die Mittelkonsole reicht. Die Öffnungsmöglichkeit der Hecktür hatten wir uns schon rechtzeitig einbauen lassen, somit kommen wir auch wieder raus ….
Alles in allem eine simple Angelegenheit. Der Aufwand hielt sich am Ende auch in Grenzen. Neben der Bastelzeit kommt das Material dazu. Die Platte hat uns mit Zuschnitt um die 100 € gekostet, für die Kleinteile (Scharniere, verstellbare Möbelstützen, Einschraubhülsen, Schrauben, Ösen, Brett und Balken, Gurte und Matte) muss man – falls nicht in der Werkstatt rumliegend – auch noch mal gute 50 € rechnen.
Was ist noch zu tun: Für die Verdunkelung der Fenster müssen wir uns noch was einfallen lassen (Vorbild SGM?) und eine passende Matratze statt der Isomatten ist schon bestellt.

Gruß - Thale

PS: Mit guten 30 cm ist unter der Liegefläche auch noch Platz für eine passende Getränkekiste :mrgreen:
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