Energie-Box

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sgm
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Re: Howto: Stromversorgung im Reisefahrzeug

Beitrag von sgm »

Surfy hat geschrieben:
30. Apr 2020, 12:44
Nach einigen gekillten Batterien auf Langzeitreisen habe ich mein Setup immer mal wieder anpassen müssen.

[...]
Ich hab den Beitrag mal hier reingeschoben, weil das thematisch sehr gut passt.

Bin auch gerade dabei, eine neue Box zu bauen, weil ich inzwischen die Anforderung habe, diese in zwei Autos einsetzen zu können. Muss also eine "Plug And Play" Lösung werden. Details dazu demnächst ...
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sgm
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Re: Energie-Box

Beitrag von sgm »

Damit es nicht langweilig wird, hab ich in den letzten Monaten eine neue Energiebox gebaut. Eine die sich relativ einfach von einem Auto in das Andere tragen lässt und dort angeschlossen werden kann. Das war mit der alten Box nicht möglich, außerdem wachsen mit der Zeit die Ansprüche. :wink:

Das Lastenheft sah wie folgt aus:
  • Die Außenmaße sollten sich an einer normalen Eurobox orientieren.
  • Größere AGM-Batterie als Energielieferant.
  • Flexibler Aufbau, so dass in Zukunft evtl auch eine LiFePo zum Einsatz kommen kann.
  • B2B-Anschluss über Anderson-Stecker, so dass problemlos zwischen den beiden Fahrzeugen gewechselt werden kann.
  • Anschluss für eine Solarzelle – ebenfalls über Anderson-Stecker.
Mit diesen Anforderungen könnte auch einfach alles in einer Eurobox eingebaut werden. Das hatte ich auch kurz überlegt, bin dann aber davon abgekommen, da mir so eine Kunststoffbox nicht stabil genug erschien, für das zu erwartende Gewicht. Von daher: selber bauen!

Aus der Vielfalt an Möglichkeiten wurde das Alustecksystem ausgewählt. Bei diesem werden Aluprofile mittels Kunststoffverbinder (teilweise mit Stahlkern) zu einem Kasten zusammengesteckt. Die Aluprofile gibt es auch mit Stegen, so dass sich sehr einfach Außenwände einkleben lassen.

Leider hatte ich von der „Rohbox“ keine Fotos gemacht, zusammengesteckt sieht das dann aber wie auf diesem Foto aus … . Mit eingeklebten Wänden aus Birke-Multiplex sieht das Ergebnis dann so aus.
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Damit hätten wir die Box, also weiter zur Batterie. Es sollte eine AGM sein und sie musste in die Box reinpassen. Ausgewählt wurde eine AGM-Batterie vom Hersteller Ective mit 67AH. Findet sich im Internet bei verschiedenen Versendern.
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Fehlt „nur“ noch die Ladeelektronik. Wie oben bereits geschrieben sollte diese auch in der Lage sein, irgendwann mal eine LiFePo-Batterie zu laden. Gleichzeitig wollte ich auch eine Lösung, die mit Smart-Generatoren in Euro6+ Fahrzeugen umgehen kann. Wir besitzen zwar momentan kein Fahrzeug mit einem Smart-Generator, aber wie heißt es so schön, „Haben ist besser als brauchen“.

Die meiner Meinung nach beste Lösung für unsere Anforderungen fand sich im Produktportfolio der Firma Ctek. Die schwedische Firma ist bekannt für ihre Ladegeräte, bietet aber auch B2B-Ladegeräte an. Wir haben uns für das D250SE entschieden, dass sowohl AGM, als auch LiFePo laden kann, mit Smart-Generatoren zurecht kommt und gleichzeitig noch einen Solarladeregler verbaut hat. Das Ganze in einem nicht zu großen Gehäuse, also perfekt für unsere Box.

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Für den Anschluss nach Außen sollten Anderson-Stecker zum Einsatz kommen, sowohl für den Anschluss ans Fahrzeug (aufladen während der Fahrt), als auch für den Anschluss einer Solarzelle. Gleichzeitig wollte ich noch einen Anschluss für die Kühlbox realisieren und eine weitere 12V-Steckdose unterbringen. Jetzt stellte sich nur die Frage, wie können diese Stecker elegant an unserer Kiste montiert werden?

Die Lösung war etwas aufwendiger, als vorher gedacht, da für diese Anforderungen kein fertiges Produkt auf dem Markt existiert. Also selber machen, bzw selber machen lassen!
In solchen Fällen ist es immer gut, wenn man jemanden kennt, der sowas kann. Gebraucht wurde eine CNC-Fräse, die in eine GFK-Platte ein paar Löcher fräst. Zum Glück kenne ich seit vielen Jahren einen Arbeitskollegen der sowas kann und auch gerne weiterhilft.

Hier das Endprodukt, mit Neutrik-Buchse für den Anschluss der Kühlbox, 12V-Buchse, Ctek Ladeanschluss für normale Ladegeräte und die Öffnung für zwei Anderson-Stecker.

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An die Vorderseite nur noch ein Bedienpanel montiert, welches mit Schaltern und Ladeanschlüssen für USB-Geräte ausgerüstet ist.

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Nachdem im Inneren alles verkabelt und abgesichert worden war, war dann auch der vorhandene Platz komplett verbraucht. Das übliche „Chaos“, dass aber nicht zu sehen ist, wenn der Deckel geschlossen ist. Ich überblicke es noch und hatte vorher auch einen Schaltplan angefertigt.

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Einen neuen Platz im Patrol hat die Box auch schon gefunden, hinter dem Fahrersitz war nach Ausbau der Rücksitzbank genügend Platz. So ist das schwerste Gepäckstück in der Mitte des Fahrzeugs untergebracht.

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Wie lange braucht man jetzt für so ein Projekt? Ein Wochenende, zwei Wochenden? Schön wäre es!
Das erste Foto wurde von mir am 28. Mai geschossen, das quasi Abschlussbild Ende August. Dazwischen vergingen immer wieder Wochen, in denen sich nichts tat, weil auf Teile gewartet wurde oder etwas anderes dazwischen kam.
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Tscharlie
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Re: Energie-Box

Beitrag von Tscharlie »

Servus Stefan,
Servus zusammen aktuell aus Kärnten :hello:,

bei dem Thema muß ich mich natürlich melden ... :roll:

Zunächst mal wieder meinen höchsten Respekt für all die hervorragend-individuellen Lösungen - aktuell jetzt von Stefan :beifall:

Ich möchte den jetzigen Faden nicht „zerlabern“, aber auch meinen aktuellen „Energiebox-Status/Senf“ dazu geben :old:

Zunächst :
meine „Energiebox“ funzt noch immer, nach nunmehr 8 Jahren. Aber sie begann Ende letztes Jahr zu „schwächeln“ hinsichtlich Laufzeit & Ladedauer.

Ich hatte daher überlegt, sie entweder 1:1 gegen die nächste AGM zu tauschen oder eine LiFePo 1:1 ins Gehäuse zu setzen, da gibts interessante Lösungen, zB von Liontron.

Da ich aber bei den möglichen Temperaturfenstern für Lithiumbatterien nicht ganz traute und ich zudem mit der bisherigen Ladeinfrastruktur nicht ganz zufrieden war (mangels Standzeiten für Solar & fehlenden Fahrzeiten zum Aufladen quasi immer auf CP angewiesen, für zwischenzeitliche FeWos oder Pensionen wg. Schlechtwetter ungeeignet zum Aufladen, da nicht mal soeben ausbaubar), habe ich mich letzten Winter für eine Zwischenlösung entschieden - bisherige 80-AH-AGM belassen und eine kleine transportable LiFePo dazu, und habe mir daher ne Dometic PLB 40 zugelegt.

7,5 statt 30 kg Gewicht, 1/3 Packmaß, nahezu gleiche Kapazität, jederzeit aus dem heißen Auto entfernbar, perfekte Ladeinfrastruktur (12V, 230V, Solar) inclusive Ladegerät, auch mal in eine Pension mitnehmbar - das erschien mir sinnvoll.

„Dank“ COVID-19 waren/sind die Urlaube 2020 regional begrenzt gewesen - statt Hellas, Albanien und Co. also im Frühjahr Odenwald & nun Kärnten (und zuhause gelassener Energiebox) ...

Die Erfahrungen mit der PLB 40 könnten für Urlaube dieser Art mit immer mal wieder kurz zwischenladen und 1-2 Tagen Standzeit nicht besser sein :!: :old:

Nur mal so als kleinen Ergänzungs-/Zusatzbericht, falls es wen interessiert ...

Liebe Grüße aus Feldkirchen,
Tscharlie
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