Dachzelte: Autocamp FA160, Jung Design Safari...

Vom Bergegurt zum Zelt. Im Einsatz auf Herz und Nieren geprüft.
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Martl
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Dachzelte: Autocamp FA160, Jung Design Safari...

Beitrag von Martl » 26. Jun 2009, 13:40

Autocamp Family FA 160

Direkt zum Hersteller: Link

Für unsere Tunesienreise im Oktober 2008 hatten uns Freunde ein solches geliehen.
Die beiden schlafen auf Wüstenreisen mittlerweile im Auto und nutzen das Autocamp nur noch für Urlaube mit einem festen Standort.

Insgesamt ist mein Eindruck von dem Zelt recht gut. Es ist stabil, hatte auch bei 8-10 Grad Nachttemperatur kein Kondenswasserproblem. Es lässt sich über die üblichen C-Profile auf wohl jedem Dachträger befestigen.

Vorteile:
-Innen sehr geräumig; 1,60m Breite sind auch für zwei Männer mehr als ausreichend. 2,20 Länge sowieso über jeden Zweifel erhaben. Die Innenhöhe hat mir (1,87m) locker ausgereicht um mich im sitzen umzuziehen.
-Das Vorzelt reicht um zu zweit bei Regen die eine oder andere Stunde darin zu verbringen, es als Umkleide zu nutzen, etc....
-Die robusten Kunststoffverlängerungen des Vorzelts sind gegen Feuchtigkeit und Abrieb am Boden gut gewappnet und dürften das einige Jahre unbeschadet überstehen.
-Mit dem integrierten Kunststoffdeckel ist es während des Transports absolut dicht.
-Das Zelt ist mittlerweile einige Jahre in Gebrauch. Div. Wüstentouren, Kroatienurlaube oder Ausflüge in die Berge waren dabei. Abgesehen von einer leichten Verfärbung des Kunststoffdeckels und Spuren von etwas Aluabrieb der Leiter ist es in technisch einwandfreiem Zustand. Die Qualität passt also.


Technische Nachteile:
- Es ist sauschwer. Der Hersteller gibt 50Kg an. Ich schätze eher 65Kg. Ein Tribut an die Größe und den Kunststoffdeckel
- Das Aufklappen geschieht in der Praxis an der vorderen Querstrebe die das Vorzelt spannt. Das verträgt die Stange aber nicht allzu lange und verbiegt. Als Ersatzteil kostet sie knapp 15 EUR, ist also zu ertragen.
- Das Schliessen des Deckels ist zumindest auf Geländewagen nur mittels eines Seils durchzuführen. Von der Rückseite drücken funktioniert nicht, dafür sind die Gasdruckdämpfer zu stark. Von der Öffnungsseite ist der Deckel nicht zu erreichen, es sei denn man klettert auf den Dachträger und steigt in das zugeklappte Dachzelt, unpraktikabel. Also bleibt nur, sich selber eine Schnur zu basteln und auf keinen Fall zu vergessen, diese vor dem Öffnen einzuhängen.
- Das Vorzelt ist nicht abnehmbar. Dadurch ist zuviel Volumen im geschlossenen Zustand vorhanden :arrow: Der Deckel bzw. die Planenteile die die Box nach unten schliessen sollen sind ein wenig zu klein. Zwei, drei Minuten kruschelt man also ums Auto herum um den Deckel sauber zu schliessen.
- Der Deckel und die Planenteile werden nur durch eine umlaufende Expanderleine an Haken an der Unterseite des Zelt eingehängt und gehalten. Für länger Fahrten oder Touren im Gelände müssen auf jeden Fall zwei Gurte drumherum.

Nachteile für mich:
- Zu groß. Mein zwei Meter langer Dachträger ist damit praktisch voll. rd. 30cm nutzbare Länge verbleiben.
- Zu viele nervige Teile. Auf den überdachten Raum über der Leiter meine ich verzichten zu können. Das Moskitonetz am Eingang ist beim Einpacken immer im Weg und muss sehr vorsichtig verwurstelt werden.
- Im Deckel sehe ich, ausser in der kompakten Form wenn es geschlossen ist, keinen großen Vorteil. Das Einpacken dauert genauso lange wie mit einer Plane.
- Der Deckel ist eine riesige Fläche die im Wind steht. Wir mussten nachts raus um ihn zu sichern.
- Das Vorzelt sollte auf jeden Fall abnehmbar sein. Eben für Touren in meist sonnige Regionen. Da braucht man es nicht wirklich und es hält nur auf beim Einpacken.

Fazit:
Das Zelt ist sehr geräumig und, einmal aufgebaut, auch sehr komfortabel. In einem Urlaub, auf einem Treffen etc... wo man sich länger als von ca. 17.00-09.00 Uhr am nächsten Morgen aufhält sondern ein paar Nächte am Stück steht ist es absolut empfehlenswert.
Für Touren mit täglichem Standortwechsel, und zeitiger Abreise am Morgen, ist der Abbau durch die vielen Luxus-Goodies zu aufwändig.
Nachdem ich in Knüllwald das Overland von Toyoda beglotzen durfte, ist dies aus genau den gennanten Punkten mein Favourit:
Kein Firlefanz, nicht hier nen Bändsel und da ne Plane und vor allem leichter.

Bild

Gruß
Martin

P.S. Ich lass den Thread mal offen, für die nächsten Dachzelttests :floet:
Zuletzt geändert von Martl am 13. Jul 2009, 09:08, insgesamt 1-mal geändert.
Schwarzes Auto mit Zeugs dran.
Sandfarbenes Auto mit Zeugs drin.

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smiller
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Beitrag von smiller » 12. Jul 2009, 20:29

Das Aufstelldachzelt
da es den Herstelle runseres Dachzeltes für mich nicht ermittelbar mehr gibt, findet Ihr meine Überlegungen und Modifikationen hier:
http://www.landcruiserfreunde.org/viewt ... =7115#7115

Bauartähnlich findet sich dieses Dachzelt zur Zeit auf dem Markt.
http://www.offroad-academy.de/index.php ... e&Itemid=3
Besten Gruss aus der Nähe von B*e*e*e*d
Christoph
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