Fragen zum Einstieg

Alle Themen zum Land Cruiser, die sonst nirgendwo einen Platz finden würden.
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Charlie
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Fragen zum Einstieg

Beitrag von Charlie » 7. Aug 2018, 17:29

Hallo zusammen,
wie ich in meinem ersten Post geschrieben habe, denke ich ernsthaft über die Anschaffung eines GRJ76 nach. Meine Liebste steht noch etwas auf der Bremse aber das ist auch ok so. Wenn zum Schluss meine Begeisterung ihre Skepsis überwinden kann, haben wir eine solide Grundlage (im umgekehrten Fall natürlich auch). Im September werden wir zu unserem lang ersehnten Urlaub aufbrechen und bis dahin würde ich gerne zu einer Entscheidung kommen. Die Reise passt auch perfekt zum Thema Land Cruiser. Wir wollen von Santiago über die argentinische Seite hoch bis zur Atacama-Wüste und dann entlang der Küste zurück. Als Mietwagen haben wir einen 4-Runner gebucht. Ich hoffe es klappt, dann könnte ich zumindest mit dem Motor schon etwas Erfahrung sammeln.

Ich habe einige technische Details zum GRJ die ich klären möchte, vielleicht könnt Ihr mir einige Fragen dazu beantworten. Den GRJ würde ich mit den Toyota-Sperren bestellen. Ich habe schon gelesen, dass sie zum festgammeln neigen und regelmäßige Betätigung/Pflege wichtig ist. Mehr Sorgen machen mir die Aussagen, das vordere Differential sei zu schwach dimensioniert, die vordere Sperre sei mit Vorsicht zu genießen. Ich hätte erwartet, dass ich bei Bedarf auch mal mit voller Zuladung rückwärst eine steile Rampe hochfahren kann, mit Untersetzung und dem notwendigen Drehmoment. Ist das vordere Diff. wirklich so schwach?

Der zweite Punkt ist der Allradantrieb, zuschaltbar oder permanent. Ich finde beide Varianten gut und schwanke noch hin und her. Die Zuschaltversion ist billiger, verbraucht weniger und wird für die meiste Zeit ausreichen. Aber sie muss auch regelmäßig betätigt werden und kann bei wechselnden Haftbedingungen zu Stress führen. Meine Fragen:

Bei den verschiedenen Angaben zum Verbrauch (13 bis 16 L) dürfte es sich um die zuschaltbare Variante mit Freilaufnaben handeln. Ist ein Liter Mehrverbrauch für die permanente Variante realistisch?
Neigen die automatischen Freilaufnaben zum Festgammeln?
Ist der Austausch der Bremsscheiben und Radlager damit viel aufwendiger?

Das Rostschutzpaket (Mike Sanders/TimeMax) bei Extrem kostet ca. 1500 Euro. Das ist die Größenordnung die ich seit Jahren für einen Pkw kenne und ist für mich gut angelegtes Geld. Auf der Abenteuer-Allrad habe ich bei TimeMax nach den Kosten für eine Behandlung am LC gefragt und konnte es nicht fassen. 6 bis 7 Tage mit ca. 1000 Euro/Tag. Mir ist schon klar, dass in Hamburg ein Riesenaufwand getrieben wird, inklusive perfekte Dokumentation. Aber für einen Neuwagen erscheint mir das zu viel. Hat jemand Infos über was alles bei Extrem gemacht wird? Ein kritischer Punkt scheint der Scheibenrahmen zu sein. Ich würde am liebsten die Scheibe ausbauen, den gesamten Bereich dünn mit Mike Sander bestreichen und dann die Scheibe wieder einsetzen.

Zum Thema Reifen, wenn ich richtig gelesen habe sind 215/85 R16 Serie. Ich würde sie als Ersatzräder verwenden und auf 265/70 R16 A/T fahren, ohne Kotflügelverbreiterung, nur die Gummilippe. Ich wundere mich aber über Berichte zu Reifengrößen, bei denen die Tachos weniger anzeigen. Ist eine Tachoanpassung dann nicht vorgeschrieben?

Weitere Punkte auf meiner Liste sind Unterfahrschutz, Tempomat, Radio mit 4 Lautsprechern und Abdunkelung der hinteren Scheiben. Unsere Campererfahrung ist Null, wir sind sehr gerne in der Natur zum Wandern aber bislang immer mit Ferienwohnung/Hotel. Wenn wir uns aber so einen Wagen anschaffen und damit in abgelegene Stellen fahren, wird es sinnvoll sein, auch mal im bzw. auf dem Auto zu übernachten. Dazu kommt dann eine zweite Liste mit Dachzelt, Zusatzbatterie, Kühlschrank, Benzinluftheizung, Wasserheizung, Wassertank, Toilette, usw. Zu letzterem haben wir uns auf der Messe eine Trenntoilette zeigen lassen und waren begeistert. Aber diese zweite Liste sprengt jetzt den Rahmen und wird erst aktuell, wenn die Entscheidung fürs Auto gefallen ist.

Ich poste den gleichen Text auch bei den Buschtaxis weil ich beide Foren sehr sympathisch finde und davon ausgehe, dass nicht alle Mitglieder auf beiden Foren sind. Ich hoffe damit keinen Unmut zu erzeugen. In manchen Foren zum gleichen Thema ist man sich ab und zu nicht grün, ich denke aber das triff hier nicht zu.
Viele Grüße
Christian

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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von sgm » 7. Aug 2018, 17:49

Ich versuche mal ein paar Fragen zu beantworten. Den Rest können ja dann die Kollegen beantworten, gibt ja den einen oder anderen 70er Fahrer hier.
Charlie hat geschrieben:
7. Aug 2018, 17:29
Ich habe einige technische Details zum GRJ die ich klären möchte, vielleicht könnt Ihr mir einige Fragen dazu beantworten. Den GRJ würde ich mit den Toyota-Sperren bestellen. Ich habe schon gelesen, dass sie zum festgammeln neigen und regelmäßige Betätigung/Pflege wichtig ist. Mehr Sorgen machen mir die Aussagen, das vordere Differential sei zu schwach dimensioniert, die vordere Sperre sei mit Vorsicht zu genießen. Ich hätte erwartet, dass ich bei Bedarf auch mal mit voller Zuladung rückwärst eine steile Rampe hochfahren kann, mit Untersetzung und dem notwendigen Drehmoment. Ist das vordere Diff. wirklich so schwach?
Der 76er hat nach meinen Informationen wirklich etwas schwächere Achsen, als der 79er und der Troopy. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass deswegen das Diff so schwach ist, dass man das von dir beschriebene nicht machen kann. Also darüber würde ich mir als letztes Gedanken machen. Auch die Sperren sind IMHO besser als ihr Ruf - wenn dann gammelt der Stellmotor fest, da kannst du aber bestimmt 10 Jahre drauf warten.
Charlie hat geschrieben:
7. Aug 2018, 17:29
Der zweite Punkt ist der Allradantrieb, zuschaltbar oder permanent. Ich finde beide Varianten gut und schwanke noch hin und her. Die Zuschaltversion ist billiger, verbraucht weniger und wird für die meiste Zeit ausreichen. Aber sie muss auch regelmäßig betätigt werden und kann bei wechselnden Haftbedingungen zu Stress führen. Meine Fragen:

Bei den verschiedenen Angaben zum Verbrauch (13 bis 16 L) dürfte es sich um die zuschaltbare Variante mit Freilaufnaben handeln. Ist ein Liter Mehrverbrauch für die permanente Variante realistisch?
Neigen die automatischen Freilaufnaben zum Festgammeln?
Ist der Austausch der Bremsscheiben und Radlager damit viel aufwendiger?
Allrad: ich würde den Zuschaltallrad nehmen, bzw mir das Geld für die Umrüstung sparen. Ich fahre ja ein vergleichbares Auto und kann dir versichern, dass der Zuschaltallrad im Alltag keine Probleme macht. Mal ehrlich wann braucht man schon mal im Alltag auf der Straße Allrad? Genau - so gut wie nie! Sogar die paar Tage Winter hier in meiner Gegend hab ich bis jetzt mit Heckantrieb überlebt.
Freilaufnaben: die neigen nicht zum festgammeln, sondern gehen einfach nach einem Zeitpunkt X defekt. Ich hab die im Patrol rausgeworfen und gegen manuelle getauscht. Das ist sehr einfach - so einfach, dass ich es selber machen konnte. Weiterer Vorteil der manuellen Naben: du kannst in der Untersetzung einen Hänger rangieren. Mach das mal mit den Automatiknaben :mrgreen: .

Charlie hat geschrieben:
7. Aug 2018, 17:29
Zum Thema Reifen, wenn ich richtig gelesen habe sind 215/85 R16 Serie. Ich würde sie als Ersatzräder verwenden und auf 265/70 R16 A/T fahren, ohne Kotflügelverbreiterung, nur die Gummilippe. Ich wundere mich aber über Berichte zu Reifengrößen, bei denen die Tachos weniger anzeigen. Ist eine Tachoanpassung dann nicht vorgeschrieben?
Würde dir 265/75 empfehlen. Fahre ich auch auf dem Patrol - eine schöne Reifengröße für Alltag und Gelände
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guri
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von guri » 8. Aug 2018, 00:21

N Gude Christian,

Nächster Punkt: Hohlraumversiegelung

Gerade beim Neuwagen das Beste Investitionsverhältniss.
Wenn Ich auch die Zeit der Hamburger Truppe nicht in Frage stellen wollte, so sind 1.000,- 'aTag empfunden hoch angesetzt.
Ich hab Meinen neuen Siebener auch vom Verkäufer versiegeln lassen und würde das jederzeit wieder tun. Wenn auch hier einige, na I sag mal Nachlässigkeiten festzustellen waren, so doch besser wie nix oder 6-7T€.
.
Der 76iger GRJ ist n Prachtwagen. Vorrausgesetzt man legt Seine Prioritäten nicht vorrangig im aktuellen Zeitgeist fest sondern schätzt u.a. vergangene Tugenden.
Ich bin begeistert von Meinem '78 1HZ mit OME und '285. Ein herrlich zu fahrendes Fahrzeug, ok ein bissel gemach im Durchzug ( aber genug für Mi) und entsprechend gemache Bremsen, aber für Mi ein fahrerrischer Traum. Das sag I als GT86 Eigner 😉

Ja und Argumente für J7 fallen Mir ne Menge ein, da brauchs noch nicht mal Fantasie:
-- Ausgesprochene Souveränität in jeder Automobilen Lebenslage, sofern Du/Ihr kein Parksmart braucht und der "populären" Hektik entsagen könnt/wollt. Wobei I mit der 1HZ "Wanderdüne" mich öfter mal am Landstraßenüberholen erwische 😎 sind ja auch so viele unterwegs welche Ihre Entschleunigung schon bis ins kommende Leben ausgedeht haben .. 😉
-- 20 und mehr Jahre als Perspektive.
Auch Wertstabilität.
-- Du kannst auch mal das Pferd der Tochter aus dem Freundeskreis bewegen ohne reiten zu können. Könnt sich auch nachteilig auswirken ~
-- deckt die Bedürfnisse ab die der "Alltagsrutscher" nicht kann, muss ja nicht jeden Km machen der J7.
-- Man/Frau kann noch Selbst was am Fahrzeug machen. Gibts Bücher für bei Bedarf und ist häufig einfacher wie gedacht.
Mach das mal bei nem "zeitgemäßen Vehikel", da ist mitunter schon gaanz früh Schluß ohne umfangreiche Werkstattechnik.
-- recht hohe Resistenz gegen Liegenbleiber wegen E-Störungen, seien Sie noch so klein und dann doch kostenintensiv, den Fehler zu finden ist ja heutzutage manchmal die größere Herausforderung.
-- .........

Aber, man sollte so ein Fahrzeug wollen, sich bewusst sein was man damit erwirbt, daran Freude haben, das der J7 zB nicht den "aktuellen Zeitgeist" erfüllen kann, dafür ist Er zu sehr aus der Vergangenheit, schützt vor nem potentiell frühen Wiederverkauf.
Ist M.E. immer wieder zu beobachten.
.

Sehr sympathische Vorstellung Deinerseits ☺️
Willkommen hier und in der 4x4 Welt ☺️

N Gude,
David

Hydro
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Hydro » 8. Aug 2018, 05:55

Gute Argumentation von David !
Ich mach das Ganze mal in Kurzform :
Ich persönlich würde einen GRJ 76 sofort kaufen wenn ich die fin. Mittel hätte - selbst wenn mein Anforderungsprofil den nicht voll entsprechen würde ! Warum ? : es ist eines der letzten richtigen AUTOS ! Quadratisch, massiv, 4 Liter V6 ohne Turboscheiss ein Echter Geländewagen und das auch noch neu .
Gruß Oli/Hydro

Charlie
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Charlie » 8. Aug 2018, 15:19

Hallo zusammen,

na das wird ja immer besser, einen GT86-Fahrer trifft man nicht jeden Tag. Glückwunsch.

Leute, Ihr macht es mir nicht einfach. Es spricht nun wirklich VIEL dafür endlich das Ding zu bestellen. Technisch gesehen gibt es da auch keine Probleme, alle Fragen lassen sich schnell klären und in dieser Gemeinschaft werde ich nichts zu befürchten haben. Das "aber" kommt weiter unten.

Die Vorderachse ist eine Enttäuschung, weil ich an einem LC hohe Ansprüche habe, in Richtung über jeden Zweifel erhaben. Aber ich kann mit dieser kleinen Unsicherheit leben.

Die Zuschaltvariante mit manuellen Naben liegt jetzt wieder vorne, klingt überzeugend. Das Schreckenszenario "steile rutschige Geraden mit vielen engen griffigen Kurven dazwischen" werde ich hoffentlich eher selten begegnen. Im Winter werde ich nicht fahren und da bin ich bislang mit meinem W124 auch immer gut durchgekommen. Die langen Anfahrten (und Rückfahrten) auf Autobahnen/Bundestraßen bis zur ersten offenen Erdstraße werde ich dafür umso häufiger fahren. Ich habe gelesen, dass man die Vorderachse regelmäßig zuschalten sollte, zwecks Schmierung/Pflege der Dichtungen. Was ist sinnvoller, Naben schließen ohne Zuschaltung oder zuschalten mit offenen Naben? Ich tendiere eher zur ersten Variante, würde aber trotzdem die Zuschaltung regelmäßig (mit offenen Naben) betätigen. Dann kann man eine Strecke auf normalen Straßen ohne Verspannung fahren. Sonst habe ich ein Problem, alle Feldwege in meiner Umgebung sind verboten.

Die Reifen 265/75 sind im Durchmesser größer als die Serie (Tachoanpassung?). Was spricht gegen 265/70?

Zum Thema J7, ich war froh als ich gelesen habe, dass der noch gebaut wird und legal hier vertrieben wird. Den J4 liebe ich seit der Kindheit, habe mir oft so einen gewünscht. Wenn ich aber das Glück hätte, einen rostfreien, generalüberholten J4 zu besitzen, mit einem starken sauberen Motor, hätte ich Angst ihn irgendwo länger abzustellen. Der J7 wäre für mich eine Erfüllung dieses Wunsches in einer geänderten Form, aber dafür im Neuzustand mit allen damit verbunden Vorteilen und sogar ABS usw. Leider auch mit der unsäglichen Reifendruckkontrolle.

Jetzt das "aber". Ich muss einige Ziele finden um die Anschaffung dieses Autos auch für mich zu begründen. Wenn ich bei jeder Reise nur Straßen fahre die auch ein RAV4 bewältigt (nichts gegen das Auto), dann werde ich mit dem J7 nicht glücklich. Bei aller Liebe zur schönen ehrlichen Technik. Offroadfahren ist nicht mein primäres Ziel, das kann man jedes Wochenende in einer Kiesgrube. Ich möchte das Auto für Naturstrecken als Wege zu Zielen, die ich nicht mit einem soft-SUV erreichen kann. Umgekehrt würde ich mich schwarz ärgern, wenn ich auf den J7 verzichte und beim nächsten Urlaub irgendwo stehe und nicht mehr weiter komme, weil mir das Auto dazu fehlt.

Außerhalb von Europa wird der LC immer Sinn machen, da habe ich keine Zweifel. Aber ich habe noch einige Jahre bis zur Rente und für Urlaubsreisen lohnt sich die Verschiffung nicht. Ich bin deshalb dabei, Reiseziele in Europa zu suchen, die mich interessieren und die ohne J7 nicht oder nur bedingt erreichbar wären. Da wir gerne in der Natur sind, hoffe ich Vieles zu finden um die Zeit bis zur Rente zu überbrücken.

Viele Grüße
Christian

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Tscharlie
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Tscharlie » 8. Aug 2018, 18:42

Servus Nickname-Vetter,

erstmal herzlichen Glückwunsch, daß Du Dich überhaupt ernsthaft mit der Anschaffung eines Landcruiser beschäftigst - idR kannst Du damit wenig falschmachen, so meine Erfahrung und das bißchen Wissen, daß ich in den letzten 11 Jahren angesammelt habe.

Ein LC ist normal absolut zuverlässig und ein Kumpel für Dick & Dünn, für uns nicht nur das Schweizer Taschenmesser unter den Autos, sondern auch längst ein Familienmitglied - Autos mit Charakter gibts nicht mehr soviele.

Dein Zögern, ob ein J7 für Europa nicht „oversized“ ist, kann ich gut nachvollziehen - mir ging’s damals ähnlich, obwohl ich mir „nur“ einen Lightduty-J12 gekauft habe : eigentlich wollte ich nur was Robusteres für unsere Griechenland-Urlaube, dazu hätte es keines LC bedurft.

Aber - durch das Auto und die Leute, die man in dem Umfeld trifft, kommt man auf völlig neue Ideen und so habe ich nach gerade mal 1 Jahr Cruiser-Fahren im zarten Alter von 46 angefangen zu campen ...

Und - das Auto sucht sich seine Strecken bzw. verführt Dich dazu !
Marokko, Albanien, Bosnien, ... etc. ?
Hatte ich damals noch überhaupt nicht auf dem Schirm !
Aber mit dem LC ergab sich überhaupt erst diese Perspektive !

Hinterfragen musst Du für Dich, ob es ein Heavyduty-LC sein muß oder auch ein Lightduty-LC wie J15, FJC ... reicht.
Rein von der Offroadfähigkeit her kann man mE nicht sagen, daß diese oder jene Stelle nur mit J7 geht, nicht aber mit einem J15.

David/guri und Jörn & Marlis/Gogol kennen beides, HD wie LD, mal sehen wie die‘s beurteilen.

Der J7 hält hartes Gelände halt auf Dauer besser aus. Er hat weniger anfällige Technik und ist (noch) wertstabiler.
Pannen hatten wir außer 2 Platten in Albanien trotz dem moderneren Auto aber auch noch nie, und wir sind 2 x im Jahr für 3 Wochen in den genannten Gegenden unterwegs.
Selbst die Batterien sind nach 11 Jahren noch Original, ebenso die Bremsscheiben, gerade mal der 2. Satz Beläge drauf, bei 120tkm gewechselt, aktuell problemlose 190tkm.
Also auch ein J12/15 hält durchaus lange durch.

Ich würde ja auch grds. mit einem 76er liebäugeln (für Campen aber lieber 78/79er), aber ich brauch in meinem Alter kein Auto, um damit noch 20 Jahre „hartes“ Gelände zu fahren und das auch noch für die nächsten 10 Jahre mit gerade mal 6-8 Wochen Urlaub/Jahr - ich brauch eher den Reisekomfort, den ein „moderner“ LC bietet.

Evtl. auch mal an einen Hilux/Tacoma denken, wenn’s auch ein Pickup sein dürfte - Hilux steht so bißchen zwischen 7er und 15er, was die Robustheit angeht.

Bleibt nur : viel Probefahren und im Zweifelsfall lieber für „overdressed“ entscheiden - gibt nix Blöderes beim Hobby als „Hättste doch ...“ sagen zu müssen.


Liebe Grüße,
Tscharlie
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von sgm » 8. Aug 2018, 20:51

Charlie hat geschrieben:
8. Aug 2018, 15:19

Die Reifen 265/75 sind im Durchmesser größer als die Serie (Tachoanpassung?). Was spricht gegen 265/70?
Weil die eine etwas höhere Reifenflanke haben und wenn man eines abseits der Straße benötigt, dann sind es möglichst quadratische Reifen. Außerdem wirken die 70er auf dem großen Wagen wie Schubkarrenräder :mrgreen:
Wegen der Tachoangleichung würde ich mir keinen Kopf machen. Das würde ich dem Händler überlassen, der mir für viele 10tsd € den Wagen verkauft.

Ansonsten machst du dir glaube ich etwas zu viele Gedanken. Ich würde erst mal mit dem Wagen wegfahren. Dann sieht man schon, was man noch benötigt oder halt nicht. Vermutlich nämlich nicht sonderlich viel. Es soll ja Länder geben, da werden die Teile regulär verkauft, fahren vom Hof beim Händler und werden dann fast nur noch Offroad bewegt, ohne das sich jemand groß einen Kopf macht, was er dafür noch alles anschrauben müsste. Dazu gehört im übrigen auch das angebliche Problem mit der schmaleren Hinterachse :wink: .
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Mustang » 11. Aug 2018, 19:37

Jetzt das "aber". Ich muss einige Ziele finden um die Anschaffung dieses Autos auch für mich zu begründen. Wenn ich bei jeder Reise nur Straßen fahre die auch ein RAV4 bewältigt (nichts gegen das Auto), dann werde ich mit dem J7 nicht glücklich. Bei aller Liebe zur schönen ehrlichen Technik. Offroadfahren ist nicht mein primäres Ziel, das kann man jedes Wochenende in einer Kiesgrube.
Offroadfahren ist nicht dein primäres Ziel?

Vielleicht ist es nicht das, was du lesen möchtest. Es ist nur meine persönliche, subjektive Meinung.

Ich fahre einen ehrwürdigen, betagten EVO 1989, ( für den Laien ist das einfach eine Harley). Diesen Eisenhaufen fahre ich nicht, weil er gerade IN ist, ich fahre und schraube an ihm, weil er ehrlich ist. Genau und nur aus diesem Grund, fahre ich einen HZJ 75. Und das ist schon mal ´ne andere Nummer als der EVO. Ich kann nicht mal eben die Vorderachse revidieren, es mangelt an Platz. Aber es gibt, und gerade bei solchen Dinos viele "besondere Menschen", welche einem helfen. Auch das macht dieses Gefühl, die Zuneigung aus.

Vielen Leuten mangelt es an Authentizität, sie haben kein Selbstwert, bekommen ihn nur durch Statussymbole, ... hecheln irgendwelchen Hypes hinterher.

Keinesfalls möchte ich dir das unterstellen. Nur denke darüber nach.

ALLE Wege, die ich bis jetzt gefahren bin, waren NICHT Offroad. Es waren Wege/Pisten, die Einheimische mit LADA, DACIA, MERCEDES, URAL, UAZ, GAS, .... was auch immer .... geformt hatten, durch das Befahren.

Ich hatte nur eine einzige Passage, das war in der Nähe von Mostar, wo ich alles was das Pünktchen hatte, in die Wagschale werfen musste. Und das war ein von Menschenhand geschaffenes Hindernis.

Um die Welt zu bereisen, bedarf es KEINEN Geländewagen deiner Kategorie.

Wenn du ehrlich bist, dann bleib es!!!

Deine Frau wird dich verstehen.

Gaukle ihr nix vor, all deine Wege meistert ein SUV mit Dachzelt und der Hilfe Dritter.

Sag ihr einfach, du findest die Karre geil und Punkt.

Neben dem EVO steht noch eine K100 in meiner Garage, ... mehr PS, bessere Beschleunigung, höhere Endgeschwindigkeit, besserer Soziakomfort, ... und, und, und ..... WIR werden sie demnächst verkaufen, weil wir sie nicht mehr fahren. Meine Sigi liebt den "Red Baron", mit all seinen Macken und Unzulänglichkeiten.

Pünktchen ist auch so ein ehrlicher Typ, und meine Sigi liebt ihn, ... sie fährt ihn.

Männer haben Macken, wie Frauen auch. Wenn man sich versteht, dann versteht man auch den Anderen und liebt sich.

Aber verscheissere sie nicht in dem du Strecken suchst, die Offroad sind und du sie nicht im Ansatz beherrschen würdest. Sie würde dich zum Deibel jagen.

Salut Paul

Charlie
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Registriert: 3. Aug 2018, 22:21

Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Charlie » 13. Aug 2018, 14:46

Hallo zusammen,
danke für die immer wieder freundlichen Hinweise. Es ist wirklich so einfach wie Paul das formuliert hat, ich mag den Wagen und es würde mich glücklich machen, so etwas zu fahren. In den letzten Tagen ist mir klar geworden, dass ich den Offroadeinsatz überbewertet habe. Selbst wenn ich nur selten in Bereiche kommen sollte, die die Fähigkeiten des LC benötigen, würde ich die Entscheidung nicht bedauern. Der J7 gehört für mich zu den Autos, die nur vom Anschauen die Ausschüttung von Glückshormonen auslösen. Ich merke das wenn ich eine Reportage über Afrika oder Australien anschaue und einen J7 sehe. Dazu käme noch der Spaßfaktor, auf einer längeren Fahrt mal nicht die Perfektion der modernen Autos beim Fahrwerk, Lenkung und Bremsen zu haben.

Im Urlaub auf Hawaii hatten wir einen Jeep Wrangler, den wir zu 95% auf Teerstraßen gefahren haben. War etwas „hölzern“ aber wunderbar entspannend. Für die restlichen 5 % haben wir aber fast alles benötigt, was er an Reserven hatte. So stelle ich mir den J7 als Reisewagen vor und das ist die Basis, über die ich ganz entspannt mit meiner Süßen dieses Vorhaben besprechen möchte. Ich brauche nicht nur Zustimmung von ihr, ich möchte auch etwas Begeisterung spüren, damit wir zusammen damit glücklich sind.

So lange wir noch arbeiten, möchten wir alle 2 Jahre eine längere Reise (3-4 Wochen) mit dem Auto durch Europa machen. Nächstes Jahr wollen wir Freunde in Spanien besuchen, da würde sich eine Anreise über die Pyrenäen schon anbieten, gerne mit dem J7. Mit Renteneintritt möchte ich länger durch Südamerika und da wäre ein schon gut eingefahrener, aber noch relativ frischer J7 der ideale Begleiter.

Der Punkt den Tcharlie genannt hat "durch das Auto und die Leute, die man in dem Umfeld trifft, kommt man auf völlig neue Ideen" habe ich beim J7 von Beginn an eingerechnet. Ich habe eine Weile hier so mitgelesen und schnell festgestellt, dass man mit dem Auto auch Zugang zu netten Gleichgesinnten bekommt. Dabei meine ich Dinge wie die Liebe zum Reisen und die damit verbundene geistige Offenheit.

In 2010 habe ich mir einen Puma GTE gekauft, als Winterauto. Ein etwas unkonventioneller Ansatz, gebe ich zu. Für die die das Auto nicht kennen, ein Bild ist im Anhang (ist ein Käfer mit GFK-Hut). Es war das volle Programm, vom blinden Kauf in Brasilien + Verschiffung, Zulassung usw. Das Auto habe ich wirklich im Winter gefahren und meinen W124 geschont. Es hat viel Spaß gemacht, aber genauso wichtig war die Tatsache, dass wir durch das Auto sehr nette Leute von der europäischen Fangemeinde kennen gelernt haben. Menschen die solche Autos fahren sind etwas "anders", wie viele hier auch. Nach ca. 5 Jahren habe ich ihn verkauft, aber zu den Treffen fahren wir weiterhin jedes Jahr.

Der 75er Reifen sind eine Überlegung wert. Tachoanpassung wäre zwar ein Thema aber sie hätten auch Vorteile beim Drehzahlniveau, Bodenfreiheit und Komfort ;-). Ich wollte aber die Serienräder behalten und als zusätzliche Ersatzräder verwenden wollen, für „interkontinentale Reisen“. Ob die ca. 3 cm Durchmesserunterschied zu sehr auf die Differentiale gehen?

Die neueren LC, den Hilux/Tacoma oder 4Runner finde ich ebenfalls gut, aber sie sind mir zu groß. Am J7 gefällt mir die Schlankheit und die kantige Formsprache. Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt bei einigen zu disqualifizieren, was ich gerne beim J7 hätte wäre ein Automatikgetriebe. So ein Motor mit einem Automatikgetriebe finde ich eine sehr kultivierte und souveräne Kombination. Eine australische Firma bietet so etwas an, mit 6 Gängen. Bleibt ein Wunsch.

Viele Grüße
Christian
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Mustang
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Re: Fragen zum Einstieg

Beitrag von Mustang » 14. Aug 2018, 07:23

@Charlie

YES!!!

Salut Paul

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