800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Eure Erlebnisse mit und ohne Cruiser
Mustang
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Mustang »

Salve Werner,

auf keiner der Brücken war eine Tragkraftangabe. Ich schaue vorher in der Dreck und suche nach Spuren, wenn nicht verlasse ich mich darauf, dass die Einheimischen ja mit Traktor und Anhänger da rüber fahren. Und ich verlass mich auf die eingelassenen Sicherheitsfaktoren der Schwarzberger Bauingenieure ;o))

Wenn du diese Felgen meinst:

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... meine sehen so aus, waren beim Kauf schon drauf. Keine Ahnung wo die her sind.

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Salut Paul
Mustang
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Mustang »

.... weiter :D

Nach einer erholsamen Nacht und ausgiebiger Dusche, fahren wir ca. 10 km Asphalt, um uns dann wieder in die Büsche zu schlagen. Hoch auf die Hochebene.
Aber bevor wir da hingelangten, kam der Karren abrupt zum Stehen und das rechte Vorderrad hatte keinen Grundkontakt mehr. Aber Dank der Untersetzung und zwei sperrbarer Achsen, ging es langsam rückwärts wieder auf festen Grund.

Kurz nach dem Queren der Neretva, ging es dann nicht mehr von Süd nach Nord, sondern von Westen Richtung Osten. Die Landschaft blieb weiterhin atemberaubend schön, jetzt mit mehr Wald.
An einer Quelle füllten wir die Wasservorräte, um geben von hunderten Schmetterlingen. Vorbei an einsamen Kirchen und Wiesen erreichten wir einen schönen einsamen Platz und verbrachten dort die Nacht.






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Am nächsten Morgen ging es weiter durch herrliche Landschaft. Verbunden mit schönen Begegnungen und einer Einladung.



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Auf dem letzten Bild ist in ca. 2 km die Serbische Grenze.




Mit der Einladung und wie sie zu Stande kam, müsst ihr euch etwas gedulden, denn da mache ich einen extra Bericht ;o)
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Michi070166
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Michi070166 »

Danke für die schönen Bilder und euren Bericht. :D Immer wieder schön eure entspannten Reisen zu sehen.
Grüße vom Fuzzymobil, Michi.
Die beste Erfindung nach dem Differentialgetriebe ist die Differentialsperre.
Surfy
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Surfy »

Toller Reisebericht und wunderschöne Bilder!

Danke fürs teilen!

Surfy
Mustang
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Mustang »

Werte Gemeinde,

allen noch ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2022. Und natürlich viele schöne Reisen.



Wie angekündigt möchte ich mal etwas zur Gastfreundschaft der Bürger Schwarzenbergs berichten.

Ab und an müssen auch wir aus der Einsamkeit heraus, um das Pünktchen und als auch uns, mit notwendigen Treibstoffen zu versorgen.
Nun ist es aber so, daß wenn man in der Pampa unterwegs ist, die menschlichen Ansiedlungen als solche auch nicht gerade üppig vorhanden sind.
Aber ab und an sehen die Augen dann doch eine gewisse Infrastruktur, wie man auf dem ersten Bild sehen kann.


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Ordentlicher Straßenbelag, ordentliche Leitpfosten mit Leitdrähten und in der Ferne Häuser.
Das war es dann aber auch schon. :shock:

Wir tuckelten die Dorfavenue entlang, es war SONNTAG und keine Menschenseele weit und breit :(

Im Kopf folgende Gedanken:

Sprit ... ca. 80 Liter - reicht!

Wasser ... ca. 8 Liter - reicht!

Verpflegung ... Schinken, Käse, Brot, Gemüse, ´nen Zentner Reis und Nudeln - reicht!

Getränke ... 3 Blechbrötchen, Pulle Rum, bissgen Cola, - hmmm ... Bier siehts eng aus^^

Na watt soll´s, geht schon ;o)



Da erspähen meine Scout-Augen zwei Crossmaschinen vor einem Haus. Iss ja interessant, .... bissgen vom Gas und die Karren beim Vorbeifahren begutachten. Ich erspähe weiter, .... die Haustür ist offen. Weiter erspähe ich, da sind Regale aus Holz mit Lebensmitteln drauf.

Rechts ran.
STOP!

Kurzer Spruch zu Sigi, sie solle sich nicht klauen lassen, ich geh mal eben in das Haus da.

Auf der Türschwelle begrüßte mich der Ladeninhaber:

"My name is Mohamed, but im not a Terrorist!"

Ich antwortete:

"I have a beard and I'm not a terrorist either!"

Wir lachten Beide, gaben uns die Hände und der Bann war gebrochen, wenn es diesen denn überhaupt gab.

In der Laden-Kneipe, die beiden Mopedfahrer, Vater und Sohn.

Der Ladenbesitzer und ich stellten schnell fest, dass wir beide uns sehr gut deutsch unterhalten konnten. Ich, weil ich es einigermaßen beherrsche. Er, weil er Jahre lang die A4 als Tief- und Brückenbauer mit errichtet hat.
Ich musste mich setzen und erstmal ein eiskaltes Bierchen mit ihm trinken. Bei Einladungen darf man nicht NEIN sagen :old:
Schnell war das Pülleken mit Luft gefüllt und schon nahm er ein Nächstes aus dem Kühlschrank. Ich erinnerte mich an meine kleene Sigi, welche im Pünktchen bei der Hitze vor sich hin dörrte. Mohamed gab mir mit einem verstehendem Lächeln kund, dass ich sie doch hereinbitten sollte.
Sigi war erstmal hochbegeistert als ich ihr erzählte, dass außer mir nur noch drei Muslime mit gewetzten Messern in der Kemenate saßen :D
Nachdem auch Sigi herzlich in der Runde begrüßt war, ging es darum, was sie den trinken möchte. Sigi meinte:" ... och, da nehm ich auch ein Bier."
Kurz stieg Mohameds rechte Augenbraue himmelwärts. Frauen dürften bei ihnen kein Alkohol trinken. Da würde Allah drüber wachen!
Aber Sigi solle das mit ihrem Gott ausmachen.
Und ich sagte: "Kein Problem, gestattet!"
Wir lachten und hauten uns auf die Schultern, Sigi hatte für meine Machoallüren nur ein müdes Lächeln übrig.
Die Mopedfahrer lachten später, da Mohamed erst übersetzen musste.
Na ja, wie das so ist. Er kenne sich mit deutschen Sprüchen gut aus, meinte Mohamed. So mit ... auf einem Bein lässst sich nicht gut stehen und so. Sigi bekam nach dem Bier dann eiskalten Weißwein eingeschenkt.
Als ich nach einer Weile einwarf, dass drei Bier um die Mittagszeit und speziell für mich als Fahrer eigentlich reichen würden und es ja auch in Montenegro eine Promillegrenze gäbe warf Mohamed ein, dass es hier keine Polizei gäbe und wenn ich die nahegelegene serbischen Grenze nicht überschreite, dies ausreichend wär.^^

Wir kauften dann noch Wein, Bier, Käse, Schinken und so bei Mohamed. Er tippte 8,30 € in seine Registrierkasse ein. Ich gab ihm Zehn. Das konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen, riss den Kühlschrank auf und reichte mir vier Flaschen eiskalte Hopfenschale. Und überhaupt, wenn wir das nächste Mal bei ihm reinschauen hätte er auch einen kleinen Imbiss und so.

Als ich draußen ins Licht trat, traf mich fast der Hammer. Sonne und gefühlte 60°C :roll:

Aber der Tag war ja noch jung. Wir fuhren weiter auf Felgwegstraßen ohne Hinweisschilder aber die Navitante führte uns siegessicher durch die Pampa.
Wir tuckerten gerade eine Wiese hoch, als ich zwei junge Kerle an einem Gatter sah, hinter einer Scheune stand ein SUV. Weiße T-Shirts hatten die an, war ja Sonntag^^
Zwei Minuten später fuhr der SUV mit weißen T-Shirts neben uns und einer fragte ob wir Hunger hätten, sie würden uns zu einer Grillparty einladen.
Sigi war sofort am Hyperventilieren, ... fahr denen ja nicht hinterher, die hau´n uns eene vor´n Ballon und außerdem hast du gesoffen. Damit meinte sie mich. Ich natürlich voll der Beschützer, ... wenn die wat Unlauteres woll´n, klopp ma die mit der Ramme in de nächste Schlucht!

Natürlich fuhr ich dem SUV weiter hinterher!

Und siehe da, eine muslimische Familie beim Sonntagsgrill und wir wurden herzlich Willkommen geheißen. :D

Es war so gegen 14.00 Uhr, Hitze, .... Bratpfannen mit gesottenem Geflügel, Rindersteaks, gegrilltem Gemüse ..... und hausgemachter Schnaps, Wein und Holsten Pilsner aus der Büchse.
Unter den Leuten ein Hamburger Kerl, welcher die Tochter des Landbesitzers geehelicht hat. Er sprach gut deutsch aber wenig schwarzbergisch. Seine montenegrische Frau, Altenpflegerin in Hamburg, sprach beide Sprachen ganz ausgezeichnet. Nachdem mich der Landbesitzer und Cheffe vom Ganzen mit dem dritten Glas Selbstgebrannten beehrte, sah ich langsam wunderschöne Spektralfarben als Aura um die güldene Sonne. Man dürfe das Glas nicht ganz austrinken, sonst würde mir permanent nachgeschenkt werden, raunte man mir von irgendwo her zu. Ich hörte auf den Rat, ließ das halbvolle Glas stehen und wandte mich den Holsten Blechbrötchen zu.
Es war herrlich, die Kinder und auch die Erwachsenen ritten auf einem Pferd durch die Kante und Sigi und ich schlugen uns die Mägen mit den Köstlichkeiten voll. Es wurde viel geredet, und das wir Menschen doch einfach nur in Frieden leben und lachen wollen und jeder nach seiner Religion und Auffassung. Wir wurden nach unserer Religion nicht mal befragt. So ist das, PROST, SCHIWILLI, NASDROWIE!







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Links der Hamburger Kerl, Mittig der Cheffe, Rechts Gott ;o)


Gegen 16.00 Uhr bereitete sich die Familie zum Aufbruch vor. Sie hatten ca. 2h Feldweg vor sich und wollten vor der Dunkelheit zu Hause sein.
Der Cheffe gab mir zu verstehen, daß ich mich als Gast zu fühlen habe und ich mit meiner Frau in der Schäferhütte schlafen solle. Der Schäfer würde sich ein anderes Plätzchen suchen. Nachdem ich mit ihm noch zwei Selbstgemachte auf die Gastfreundschaft und das Leben überhaupt geleert hatte, war er einverstanden, dass wir in unserem Auto schlafen. Hatte der Schäfer aber nochmal Glück gehabt. Puh! :mrgreen:

Dann zwängte sich die Familie in ihre Blechkarossen, ca. 7 Menschen je Gefährt. Tja, und wenn sie der serbischen Grenze nicht zu nah kämen, gibt es halt keine Grenzen in den Bergen. Das hatte ich mir gemerkt. 8)

Wir winkten ihnen noch nach und dann waren wir mit Chefket dem Schäfer allein.

Und der Tag war ja noch jung. ;o)



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Ja, der Tag war noch jung^^

Erstmal klamüserte ich mit Chefket einen Generalstabsplan aus. Der gestaltete sich wie folgt:

Sigi wurde an die nahegelegene Quelle zum Trinkwasser holen geschickt. In ihr Strumpfband hab ich ihr einen Hirschfänger gesteckt, zu ihrer Beruhigung, falls sie wer wegfangen will ^^

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Chefket und ich entsorgten den Müll. Ich schäme mich noch heut. Hätte ich geahnt, wie wir ihn entsorgen, hätte ich den Müll auf Pünktchens Dach gebunden und hätte ihn im nächsten Dorf entsorgt. Aber wie das so ist, hätte, hätte, Fahrradkette :oops:



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Viecher versorgen!!

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Kühlschrank aufräumen und Nahrungsergänzungsstoffe besorgen :shock: :applaus:


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Kleines Erholungspäuschen mit Antidehydrierungskonzentrat aus der Raumfahrt, ja nuuuun ....


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Und dann ging die Luzie los, Tanz auf allen Säälen :shock: :lol: :applaus: :rocknroll: :lach:



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Sigi hat es doch irgendwie amüsiert. Der Chefket und ihr Tanzbär, watt ein Gespann :respekt:



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Aber wie das nunmal so ist, irgendwann geht jeder Tag zur Neige. So auch dieser. Und wir gingen als bald in die Heia. Irgendwie war ich selbst etwas malade, ich nehme mal an, dass es an dem Tanzen lag.
Daran wird es gelegen haben, tanzen auf der Wiese, .... mit Gummilatschen, wer macht denn auch so was?! :roll:



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Mit einem Herzen für meine Sigi sank ich ich in die sanfte Umarmung des Schlafes der Gerechten. Einfach zu viel getanzt, ... zu viel ist zu viel, und außerdem ist man nun auch nicht mehr der Jüngste, selbst wenn man sich so fühlt. Mit Gummilatschen, ...tztzzzz, ..... vielleicht auch etwas unterhopft, .... aber eher zuviel getanzzzzzzzzzzzz


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Mustang
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Mustang »

Weiter geht es, werte Gemeinde ;o)


Am nächsten Morgen weckten uns die Kühe, welche den Morgentau vom Pünktchen lutschten. Für Sigi war es natürlich mindestens EIN Bär, welcher sie als Frühstück vereinnahmen wollte. Ich bekam also einen liebevollen Stoß in die Rippen mit der Aufforderung, draußen den vermeintlichen Aggressor zu verjagen^^.
Es begrüßte mich die goldene Sonne, die Ohr lose Ziege und ein weißes Pferd. Manchmal sind solche Szenarien ja schon irgendwie kitschig, aber eben auch schöööön. Und das Schönste, ... ich verspürte keinerlei Nachwehen von gestern. Selbstgebrannter brennt sich wohl kaum in meine spärlich gesäten Hirnwindungen. Der Tag konnte also beginnen und nur ein weiterer Schöner werden.
Chefket wollte gerade mit seinen Schaafen los. Wir verabschiedeten uns herzlich von ihm. Ich bekam kräftige Schläge mit einem "dobro Paul" auf die Schultern gewamst, Sigi dagegen eine Kuscheleinheit mit unrasiertem Kuss^^.
Vielleicht sollte ich mein Deo mehr in Richtung Bockkuhschaafhund Eau de Parfum (Intense) ändern?
Egal, ich gab Chefket noch zwei Päckchen Kippen, zwei serbische Bierchen von Mohamed und mein elektronischen Feuerzeug (da war er schon den ganzen gestrigen Abend spitz drauf ;o)




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Weiter ging es einen herrlichen Kammweg entlang mit bunten Blumen, mal ein paar Kühen oder Pferden in den weiten Almen. Die Wege sind gut und mit normalen PKW´s befahrbar. Ging unsere Reise Anfangs von West nach Ost, ging sie später von Nord nach Süd und jetzt von Ost nach West, dicht an der serbisch-/ kosovarischen Grenze entlang. Wir genossen wieder diesen wunderschönen, fast menschenleeren Landstrich. Und obwohl meist immer zwischen
1300-1600 Höhenmeter, ballerte die Sonne und daraus resultierender Wärme auf uns herab.



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Wenn wir es ETWAS kühler haben wollen, dann müssen wir "na dolu". Also ab in ein Tal, mit Bächlein, mit Schatten und eben etwas kühler.
Aber da muss man eben auch erstmal hin. Laut Navi-Tante sollen wir rechts abbiegen. Aber welchen rechten Weg meint die Gute?
Wir wählten ... Mitterechts^^ ...




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Wie man sieht, entpuppte sich Mitterechts als goldrichtig. Es ging bergab. Und was man auch sieht, dass man Gott nicht genug dafür danken kann, dass er Leute mit gescheiten Werkzeugen den Weg schon vor uns entsandt hatte. Bei den Stammdurchmessern hätte sich die Sigi mit ihrer Fingernagelpfeile kaputtgefeilt. :old:

In einer kleinen Stadt am Talgrund bekam datt Pünktchen watt in den Bauch, Sigi ein Eis, ........ und ja, wer mittgezählt hat, der Blechbrötchenvorrat war NULL.
Während Sigi an ihrem Eis nuckelte, schaute ich mal in die Landeskarte von Schwarzberg und schaute nach einem Gewässerchen. Hier unten gab es zwar einen Fluss, aber das urbane Stadtcampen isst bekanntermaßen nicht so unser Ding. Ein See auf 1700 Meter, umgeben mit schattenspendenden Bäumen, schon eher. Aber, ... dafür mussten wir nochmal hoch in die Berge :shock:

Na denne ^^




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Die kleine, nette Bar hatte leider nicht für uns geöffnet. Wir hatten keine Ski mit, welche wir an das Tor nageln konnten^^

Der See, also diesen "Košutina lokva" .... nun wir haben ihn erreicht, wie man sieht. Jedoch, sagen wir mal so ..... er war etwas suboptimal für uns. Ja, er ist hübsch anzusehen, ..... kurzes Gras, .... gute Stellflächen, .... man kann da sicher auch ein nettes Feuerchen machen. Die Bäume schützen auch vor zu starken Winden.
Also watt hat der Krümelkacker-Paul da eigentlich zu nörgeln, hä? :mecker:

Wenn der geneigte Lesende sich die Fotos genau ansieht, ..... ganz genau!

Nun?

Siehst du da eventuell eine kleine Sigi?
Paulchen?
Campingtisch und Stühlchen?
Grill?
Wenigstens ein klitzekleines Bierchen?

Gib dir keine Mühe.

Da gibt es einfach NIX!

Als wir den See direkt vor uns sahen, hätte mir als altem Pfadfinder sofort auffallen müssen, dass es an diesem idyllischem Ort keine Menschenseele gab. Nicht Eine!

Und ja, diesen kleinen Fehler hätte der arrogante Paul, ... dieser überhebliche Wurm, fast mit seinem Leben bezahlt!

DENN, .... ohne mir über die Situation im Klaren zu sein, in welcher ich mich gleich befinden würde, riss ich die Tür von Pünktchen auf, um mich in die kühlen Fluten des See´s zu schmeißen. Meine beiden Füße hatten bereits den Boden berührt, meine Hand befand sich noch am Rahmen der Tür, welche ich hinter mir zu werfen wollte, ........

.... da saß ich auch schon wieder, wild um mich schlagend und fluchend im Pünktchen.

Im Bruchteil von nur einer Sekunde habe ich ca. ZWEI-KOMMA-FÜNF Liter Blut verloren!!! :evil: :evil: :evil:

Nur dank meines eisernen Überlebenstrainings zwischen meinem 1- 3 Lebensjahr zusammen mit Chuck Norris, konnte ich diese Tortur überleben.

Ich weiß, IHR versteht mich!

Sigis Kommentar, ob dieser akrobatischen Ein-/ Ausstiegsnummer:" Sach ma, du hast wohl nich mehr alle Latten am Zaum??? Wegen zwei Mücken macht der hier ´nen Terz^^"

Euch verrate ich es, .... es waren nicht Mücken, ... MOSKITOS waren es, ... und auch nicht nur zwei ...... sondern Millionen :mecker:

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Egal wie, wir drehten eine Fluchtrunde um den überschwangernden Todessee und suchten uns ein anderes Plätzchen (nein, keins zum Essen)^^

Es musste nur noch der kleine Bach gefunden werden, welchen ich auf der Landkarte erspähte. 8)



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Aber eben erstmal finden.

Gott sei es gedankt fahre ich nur "Strassen", welchen ich auch mittels Landkarte und Navi nachweisen kann, dass sie den Kategorien GELB oder mindestens WEISS angehören. Warum das Sigi manchmal nicht versteht, ... versteh ich nicht.^^



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Aber dann hatten wir es ja geschafft, ein super Platz. Kühles Nass, Schatten .... Ruhe.

Schööön.


Ich hatte eben das Campinggedöns entladen und wollte mich auch gerade zu Ruhe setzen, da meinte Sigi: " Paul guck mal, oben auf dem Weg hat einer schlecht geparkt, der rutscht gleich den Hang runter!"


Na ok, ... muss datt Feierabendbierchen halt noch warten^^




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Der Vater hat die 14-jährige Tochter fahren lassen und die hat halt nicht bemerkt, dass das Bankett nicht allzu breit war. Sie haben sich herzlich bedankt und uns zum Essen eingeladen. Wir lehnten dankend ab. Wir wollten doch endlich unseren leckeren Schinken, Käse und Paprika essen.
Das letztlich daraus wieder nichts wurde, seht ihr auf den Bildern. Die Tochter brachte uns natürlich Gebratenes und eine Flasche selbstgemachten Weisswein in einer 1,5 l Pulle. Dafür wollte sie mit ihren Geschwistern ein Foto mit Pünktchen machen. Geht doch klar. Später kamen sie nochmal um zu Angeln. War eher so ein neugieriges Begucken der Touristen, mit Alibi-Angelei.
Uns hat es nicht weiter gestört, ich mach meinen Blödsinn auch vor Publikum :lol: 8)



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Ein im allen recht vergnüglich Tag neigte sich dem Ende.
Sigi war wie immer guter Laune und ich konnte meinen eklatanten Blutverlust mit etwas einheimischen PIVOVAR ausgleichen. Gegen Abend legte sich auch die Hitze und wir hatten nach der obligatorischen Romme-Runde einen erholsamen Schlaf. :schlafen:
Mustang
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Mustang »

Salve Süchtelz,

mal wieder etwas weiter in Text und Bild :mrgreen:

Nach einer herrlichen Nacht, mit dem sanften Plätschern des Baches, wurden wir mit gar lieblichen Gezwitscher kleiner Vöglein, aus unseren Träumen gesungen.

Die morgentliche Routine wurde schnell abgewickelt und schon saßen wir im Pünktchen. Wie jeden Tag genoss ich erstmal für einige Sekunden die ständige Abfolge von sanften Explosionen aus dem Motorraum. Dieses herrliche, unverkennbare Schnurren eines Reihensechszylinders. Ach, jaaaaa ..... einfach herrlich.

Sigi kennt mittlerweile diese Macke an mir. Ich habe es ihr gestanden, als es mich langsam nervte, ob irgendwas mit dem Auto sei, warum ich nicht losfahre :roll:

Meine liebste Sigi hat nicht immer, aber doch oft genug Verständnis für solch kleinere Macken an mir. Oder sollte es Mitleid sein. Mitleid für das arme Paulchen, welches am Morgen erstmal eine kleine TSGM (Toyota-Sechszylinder-Gedächtnis Minute) benötigt? Hm, muss ich sie das nächste Mal doch direkt daraufhin anquasseln.
Obwohl, kann ich mir auch schenken. Kommt eh nur:" Nu nimm dich ma nich gar zu wichtig!" :roll:

Ok, .... der Motor schnurrrrrrrrte :lol: und wir schraubten uns aus dem Tal nach oben. Da wo die Sonne heller ist, wo sie einem das Gehirn im Schädel verdampft. Oben angekommen war uns klar, die Nacht können wir nur in einem schattigem Tal mit Bach überleben.^^

Ja, es ist herrlich anzuschauen, ... die blauen Berge, die saftig, bunten Wiesen, .... der weiße Schnee auf den Gipfeln.
Aber, .... ich meine, ... das ist doch eine völlig verkehrte Welt! Diese Temperaturen gehören in die Wüste!
Auf knapp 2000 europäischen Höhenmetern hat es doch gefälligst im Juni/ Juli leicht fröstelnde +7,5 °C zu haben, verdammt nochmal!
Ok, mehr als ein paar schnelle Fotos geschossen ist nicht drinn. Will man nicht als kleines Häufchen Asche in den Bergen von Schwarzberg als vermisst gelten.

Sigi, ... ja Sigiiiiiiii, ... die findet das schön, die schnurrt wohlig wie ein Kätzchen bei diesem Wetter. Ich meine, ... wenn es hier oben eine schattige Bergbar mit lecker Hopfenkaltschale, sanfter Reggae-Musik und paar Bikinihäschen geben würde, .... also dann ...... ja dann tät ich es hier oben natürlich auch aushalten ;o)

GIBT ES ABER NICHT!

Also muss man wieder runter, runter vom Berg. Hopfenkaltschale in Plav bunkern und ab ans kühlende Nass :mrgreen:


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Also runter. Bald kommt Plav, ... aber erstmal kommen Pferde.
Ja so ist das in den Bergen. Eigentlich würde man die einzelnen Etappen weit aus zügiger abspulen können, ... wäre da nicht die Viechdas. Tiere jeglicher Art. Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde, .... vor allem aber Schafe. Und das kann dann dauern. Ich würde ja hupend da durch, ... die machen schon Platz. Aber nein, das darf er nicht^^
So steigt denn Sigi jedes mal aus und trägt jedes einzelne Tier zur Seite. Bei Schafen dauert datt ewig, weil die in riesigen Rudeln vorkommen. Bei Pferden macht es halt das Gewicht^^.

Und sind es nicht die Viecher die aufhalten, dann irgendein Bauwerk in diesen Höhen, welches von irgendwelchen Leuten die wahrscheinlich zu viel Zeit hatten, hier hingestellt worden war.
Sigi ist dann immer hochentzückt:" Guck mal Paul, wie süß diese kleine Kapelle, lass uns da mal kurz halten."
Ich mach mir eher Gedanken darüber, wie das wohl gewesen sein mag. Also erstmal der Grund, der Grund dafür, warum gerade hier so ein Kirchlein errichtet worden war.

Vielleicht so, ... die Schäfer-Magd hatte ein ungeplantes Schäfer-Stündchen mit Kevin, ok ... lassen wir ihn mal Bogdan heißen. Also, sie käme zu spät nach Haus und das gäbe Krach. Aber so sagt sie, ..... nö, nöööööö ...... im Schlaf ist mir die heilige Jungfrau erschienen. Und daraufhin packte sich jedes Mädel und jede Frau einen Stein in ihre Handtaschen, die Männer taten sich in die rechte Hosentasche Sand, in die linke Hosentasche Mörtel (Wasser gab es ja oben am Hang). Zusammen wallfahrten sie dann hoch auf den Berg und errichteten dann das Jungfrauerscheinungskirchlein. Kann zumindest so abgelaufen sein. ManN macht sich halt Gedanken, Sigi guckt nur^^



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Irgendwann hatte sich dann Sigi sattgesehen und es ging "na dolu" , auch war es von Plav nicht mehr allzuweit bis zu einem ausgegoogelten Übernachtungsplatz. Zuvor mussten natürlich sämtliche Vorräte aufgebunkert werden. Ihr wisst BESCHEID!
Und ja klar, wer möchte sich schon mit Blechbrötchengott anlegen, nur weil man ihm einmal nicht ordentlich opfert!? :old:

Ich nich!

Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Ich hatte da so eine IDEA :lol:




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Sigi bekam natürlich ihr Schleckerli, .... ist zwar schon ein Unterschied, aber ich gönn es ihr.
Ja klar ist das ein Unterschied, ... ein Schleckerli ist eine Belobigung, Belohnung, ein "außer der Reihe", ein .... eine freundliche Geste. Dem Blechbrötchengott huldigen, das ist .... opfern, ..... sich selbst auf dem Alter des Vergessens opfern, sich selbst dabei hinten anstellen, ... die völlige, erwartungslose, uneigenüzige Hingabe an etwas Höheres...

Ich glaub ich quatsch mich gerade um Kopf und Kragen.^^

Wir erreichten den Bach, durchfuhren die Furt, tarnten uns gut, kühlten den Wein, tranken das Bier, spielten das Spiel, fotografierten den Bach.

ACH ;o)



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Salut und bis die Tage :D
Mustang
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Mustang »

Weiter geht´s 8)

Wir wollten weiter direkt an der Grenze vom Kosovo, dann Albanien zum Hridsko jezero. Wunderschöne Ecke, ..... ABER ... wiedermal Strasse weggespült.
Der Wegebau lässt halt manchmal zu wünschen übrig. Obwohl es im Navi eine gelbe Srasse war. Keine Weiße, auch keine weiß Gestrichelte. Aber was soll´s, mussten wir halt wieder zurück :roll:



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Na ok, ... dann eben halt nicht. Man hätte zwar von der anderen Seite einen besseren Weg haben können. Aber doch nicht mit uns. Püh, ... da fahren ja auch normale PKW. Nö nööööö, .... wenn es hier nicht geht, dann eben gar nicht, basta.

Gibt ja noch den Rikavacko jezero. Dieser bisher noch nicht erreichte Teich ^^

Das eine Jahr vom Westen her, hat nicht geklappt, Mister Snow war drann schuld. Ein anderes Mal vom Osten her, hat nicht geklappt, Erdrutsch und dadurch umgeleiteter Bach hatten den Weg mitgenommen.

Ja und dieses Jahr????

..... ja nuuuun, Experiment oder Sicherheit, das war hier die Frage. Experiment und das dritte Mal scheitern? Oder mit Sicherheit sicher den Teich erreichen, bedeutet Mädchenweg fahren.
Mädchenweg und Paul, .... eigentlich ein antagonistischer Widerspruch ^^ (jetzt geht die googelei los, hä? ;o)
Aber man hat ja eine Frau an Bord, die lösen selbst solche Widersprüche ganz elegant:" Paul, fahr doch mal dem Caddy dort nach, der will bestimmt auch zum Rickoschießmichtot." Und kann ein Mann einer Frau solch einen Wunsch abschlagen? Na? Ich nich! Und dadurch gehts halt klar, als Solches. Wenn ihr wisst, wie ich meine?!

Also ab zum Ricco-See. Und ja, es ist eine herrliche Gegend.

Wir waren allein für uns, mit dem See und wunderschönem Panorama.
Und obwohl recht hoch gelegen, war das Wasser warm. Sogar die kleene Sigi ließ es sich nicht nehmen, da wild herum zu planschen. Und warm war es auch draussen alle Mal. Sigi hat sich gesonnt, ich mal wieder den Grillmeister gespielt.
Wir habe lecker gegessen, was getrunken, was geplaudert, was Karten gespielt. Wir liessen also den Tag von dannen ziehn, wie fast jeden anderen Urlaubstag auch und waren rundherum zufrieden. Mit uns, mit dem Urlaub, mit der Welt und überhaupt - allet schööööön.
Irgendwann ging es dann in die Betten, nach dem wir noch eine geraume Zeit damit verbrachten, den Lichtspuren der vielen Glühwürmchen zu folgen. Wo gibt es sowas noch in Deutschland???

Kurz vor Mitternacht musste ich nochmal raus. Sigi gleich wieder: "Na? Drückt das Bier??"
Ich: "Nö, ---- es zieht die Milchstrasse!"




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Michi070166
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Michi070166 »

schöne Bilder, danke euch, grüße vom fuzzymobil

IMG_1023.JPG
Grüße vom Fuzzymobil, Michi.
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Re: 800 Kilometer Schotterrundreise - Montenegro

Beitrag von Mustang »

So meine Damen und Herren,

nun die restlichen Bilder. Für einen Text, auch noch etwas lustig, habe ich nicht so die Stimmung. Sorry. Aber Bilder drücken ja auch einiges aus.

Bleibt alle gesund und habt schöne Reisen.

Beste Grüße aus Thüringen, Paul & Sigi



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